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Friedegunde Fino


Frau Fino hat vor ca. einem Jahrzehnt eine Entscheidung getroffen, die sie bis heute nicht bereut hat. Sie und ihr Mann haben gemeinsam beschlossen, eine Familie zu gründen. Und nach ausführlicher Diskussion aller Begleitumstände sind die beiden zu dem Ergebnis gekommen, dass für die gesamte Konstruktion ihres zukünftigen Lebens eigentlich nur ein Modell infrage kommt: Vater Fino geht weiterhin arbeiten, und Mutter Fino bleibt zu Hause und kümmert sich um die Kinder.

Der Kunde Fino ist gelernte Lehrerin und war für die Fächer Kunst und Musik zuständig, ist aber auch ab und an im Bereich Sport und Erdkunde eingesprungen. Es wäre zu viel gesagt, wenn man sagen würde, dass sie ihren Beruf gemocht hat. Sie hat sich für ihn entschieden, und sie hat für gutes Geld darin gearbeitet. Aber wirklich gemocht hat sie ihn nie. In der Bezeichnung Beruf steckt ja wenigstens zum Teil auch das Wort Berufung. Und manche Menschen lieben ja diese Form des Erwerbslebens: Sie verdienen ihr Geld damit, dass sie eigentlich immer schon gebrannt haben.

Als Frau Fino sich dazu entschieden hat, Lehrerin zu werden, dachte sie, dass dies ihre Berufung sei. Allerdings musste sie bereits nach kurzer Zeit feststellen, dass er die Arbeit in der Schule überhaupt kein Spaß macht. Denn, das können wir gerne hier in diesem Blog abseits der Öffentlichkeit diskutieren, Kinder können schon ätzend sein. Und Frau Fino mochte ihren Job überhaupt nicht. Deswegen ist es ihr auch nicht schwer gefallen, bei der gemeinsamen Familienplanung auf der Ausübung desselbigen zu verzichten.

Da trifft es sich gut, dass ihr Mann beim Echsheim@Tageblatt als mittlerweile stellvertretender Chefredakteur ziemlich gut bezahlt wird. Die Lebensplanung der Familie Fino steht also fest: man folgt dem klassischen Bild, in dem der Vater das Geld verdient und die Mutter zu Hause bleibt und sich um die Kinder kümmert.

Das bringt oft Konflikte mit sich. Denn Frau Fino wird immer wieder von Freundinnen oder zumindest von Frauen, die sich als solche fühlen, vorgeworfen, die falsche Entscheidung getroffen zu haben. Nach deren Meinung gehören Frauen, die sich wenigstens temporär für den Weg der Mieter und Hausfreund schieben haben, zu den Verlierern der Dino-Gesellschaft.

Frau Fino reagiert auf derartige Vorwürfe hochgradig allergisch. Denn sie hat diese Entscheidung nicht aus einer Position der Schwäche heraus getroffen, sondern mit Inbrunst und mit Sonne im Herzen und einem Lied auf den Lippen. Und wann immer das Gespräch auf vermeintlich klassische Rollenverteilungen kommt, springt sie als Kämpferin für ihre Sache mit breiter Brust in den Ring.

Wenn man sie bei ihrem Leben beobachtet, kriegt man auch nicht das Gefühl, dass ihr ihr Job irgendwie fehlt. Natürlich hat sie die Option, jederzeit wieder in ihrem Beruf tätig zu werden. Aber sie geht ganz offen damit um, dass es für sie zur Zeit und auch nicht in Zukunft interessant sein dürfte, noch einmal diesen durchzugehen. Sie liebt beleben, wie es ist. Sie mag es, sich um ihre Kinder und um den Haushalt zu kümmern. Und es fehlt ihr an nichts. Allein die Tatsache, wie oft sie sich für diese Lebensform entschuldigen muss, zeigt ihr, dass sie eigentlich nicht auf dem falschen Weg sein kann. Das ist ihre Maxime: wenn sich alle genötigt sehen, einer Meinung zu sein, dann sollte man die andere vielleicht ganz besonders aufmerksam betrachten.

Friedegunde ist mit zwei Mitstreiterinnen Gründungsmitglied der drei Engel für Charlie. Gemeinsam mit Tante Roberta und Saubrina Knobler sorgen Sie dafür, dass in der Echsheimer Gesellschaft über kurz oder lang keinen Stein mehr auf dem anderen bleibt.



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Familienmitglieder

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erster Auftritt

Entwicklungs-potenzial

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